Wir sind gut!
24 gute Gründe für Katholische Erwachsenenbildung

1.
Katholische Erwachsenenbildung gewinnt – wie Weiterbildung ganz allgemein – in der Wissens- und Informationsgesellschaft immer mehr an Bedeutung. Die Tatsache der Notwendigkeit des „lebenslangen Lernens“ kann ernsthaft von keinem bestritten werden.

2.
„Ein Wissen, das keinen Bezug mehr zum Menschen hat, Karl R. Poppers „objective knowledge“, ein objektives Wissen, das vielleicht schon nicht mehr von Menschen produziert, sondern von Maschinen hervorgebracht ist, interessiert mich sehr viel weniger als Lebenswissen. Es ist das Wissen, das mir und meinen Mitmenschen hilft, unser Leben zu meistern“. (Leo J. O’Donovan S. J., Präsident der Georgetown University in Washington D. C.) Genau dies tut die katholische Erwachsenenbildung: Als Plattform für Dialog und Begegnung von Menschen mit dem Ziel, den Menschen „lebensstark“ zu machen, damit „Leben unter dem Anspruch Gottes gelingt“.

3.
Katholische Erwachsenenbildung ist ein wichtiger Teil des kirchlichen Engagements in der pluralen Gesellschaft. Sie hat dabei eine vermittelnde, klärende und kritische Funktion.

4.
Katholische Erwachsenenbildung will Hilfe zu sinnerfülltem Leben geben, die von der Erfahrung der Menschen ausgeht und sich am christlichen Menschen- und Gesellschaftsbild orientiert.

5.
Katholische Erwachsenenbildung dient der personalen Selbstfindung und sozialen Beziehungsfähigkeit. Sie führt durch Glaubensbildung und Wissensvermittlung zur Werterkenntnis und dadurch zur Entscheidungsfreiheit der Menschen.

6.
Katholische Erwachsenenbildung geht von konkreten Situationen der Menschen aus und will bei der Gestaltung des Zusammenlebens in Familie, Beruf, Kirche und Gesellschaft unterstützen.

7.
Katholische Erwachsenenbildung fördert das verantwortliche Handeln der Menschen in Familie, Kirche, Gesellschaft und Politik.

8.
„Das Leben jedes einzelnen Menschen und die Zukunft der Gesellschaft werden entscheidend durch das Bildungswesen beeinflusst. Weil die Kirche mitverantwortlich ist für das Leben der Menschen und die Zukunft der Gesellschaft, muss sie an der Entwicklung des Bildungswesens mitwirken“. (aus dem Synodenbeschluss „Schwerpunkte kirchlicher Verantwortung im Bildungsbereich“, 1975).

9.
Erwachsenenbildung ist für das Bistum Limburg kein „Luxusartikel“, sondern eine Option für die Zukunft. Durch die verschiedenen Formen der Erwachsenenbildung werden viele Menschen angesprochen, die sonst keinen Kontakt zur Kirche haben. (Dr. Franz Kamphaus, Emerierter Bischof des Bistums Limburg von 1982 - 2007)

10.
Kirchliche Erwachsenenbildung weiß sich dem christlichen Glauben und der Tradition der Kirche verpflichtet. Sie ist mehr als ethische Orientierung. Sie ist immer auch religiöse Bildung, selbst dann, wenn nicht ausdrücklich religiöse Fragen angesprochen werden; denn beim Glauben geht es um das Denken, Fühlen und Handeln des ganzen Menschen. Kirchliche Erwachsenenbildung hilft, die vielfältigen Erfahrungen des Lebens im Licht des christlichen Glaubens zu verstehen und zu verarbeiten, ohne sich dabei anderen Erfahrungen und Zugängen zur Wirklichkeit zu verschließen. Sie ist solidarisch mit den Menschen, aber auch kritisch und widerständig gegen Tendenzen und Entwicklungen, die gelingendem menschlichem Leben entgegenstehen. Eine im Umbruch begriffene Kultur braucht solche Orte des Nachdenkens. Die christlichen Kirchen haben unsere Kultur geprägt und sich von ihr prägen lassen. Im ständigen Austausch mit der Kultur sind sie immer auch lernende Kirchen. Kirchliche Erwachsenenbildung leistet hierzu einen eigenen Beitrag (Kardinal Sterzinsky).

11.
Katholische Erwachsenenbildung ist ganzheitlich („Lernen mit Kopf, Herz und Hand“) und trägt damit dem christlichen Menschenbild Rechnung. Im Vergleich zu anderen kirchlichen Aufgabenfeldern ist katholische Erwachsenenbildung auch im Wettbewerb auf dem „Bildungsmarkt“ bestens positioniert: In der Öffentlichkeit werden die Bildungswerke und ihre Angebote genutzt.

12.
Die Katholische Erwachsenenbildung ist nach den kommunalen Volkshochschulen bundesweit und auf Landesebene der zweitgrößte Träger im vierten Bildungssektor. Das hat seine guten Gründe. Katholische Erwachsenenbildung wirkt maßgeblich an der Weiterentwicklung des deutschen Bildungswesens mit. Als Element der demokratischen Kultur leistet sie einen werteorientierten öffentlichen Beitrag zum lebenslangen Lernen, das immer mehr zur Voraussetzung gelingenden gesellschaftlichen Zusammenlebens in einer Epoche der Beschleunigung und Beliebigkeit wird. Wenn die Kirche sich aus diesem Bereich zurückzieht, würde sie sich aus einem wesentlichen gesellschaftlichen Einflussfeld verabschieden.

13.
Katholische Erwachsenenbildung ist in der pluralen Gesellschaft für Bildungspolitik ein wichtiger und ernst genommener, fachlich kompetenter Gesprächspartner. Durch Stellungnahmen zur Bildungspolitik, bildungspolitische Forderungen – Gespräche  mit  Bildungspolitikern und – wenn notwendig – auch durch Protest vertritt sie mit Nachdruck kirchliche Positionen in der Weiterbildungslandschaft. Das hessische und rheinland-pfälzische Weiterbildungsgesetz hätte ohne Einflussnahme der katholischen Erwachsenenbildung bei der Novellierung wichtige Förderbereiche der Weiterbildung ausgeblendet!

14.
Katholische Erwachsenenbildung ist gut, weil sie wie ein Seismograph Fragen und Probleme der Menschen aufgreift und sich thematisch darauf einrichtet. Gerade diese Flexibilität – die nicht gebunden ist an einen langfristig vorgegebenen Lehrplan, bedeutet keine Beliebigkeit, sondern ein Ernstnehmen der Menschen. Erwachsenenbildung steht „mitten im Leben“. Ein Blick in die Programme der zurückliegenden Jahre beweist dies: Neben kontinuierlichen grundsätzlichen Themen wird auf zeittypische Fragen, Probleme und Herausforderungen eingegangen. Das macht die besondere Attraktivität aus.

15.
Katholische Erwachsenenbildung hilft, ein wichtiges Anliegen der katholischen Kirche zu verwirklichen: Dass die Christen … durch ihre Kompetenz in den weltlichen Bereichen und durch ihre innerlich von der Gnade Christi erhöhte Tätigkeit einen gültigen Beitrag leisten (…), damit die Sendung der Kirche den besonderen Verhältnissen der heutigen Welt voller entsprechen kann“. (Zweites Vatikanisches Konzil, Kirchenkonstitution Lumen genitum 36).

16.
Katholische Erwachsenenbildung gehört als ein ureigenes Aktionsfeld der katholischen Kirche in der pluralen Gesellschaft zum „Kerngeschäft“. Sie nimmt die unterschiedlichen Sinnentwürfe des Einzelnen ernst und schlägt zwischen seiner biographischen Dynamik und den Menschheitsfragen der Gesellschaft eine Brücke. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit nicht christlichen Lebensentwürfen.

17.
Katholische Erwachsenenbildung ist offen für alle Adressaten und erreicht nicht nur Christen, die zur Kerngemeinde gerechnet werden, sondern ebenso „Randständige“ wie kirchenkritisch eingestellte Menschen und bietet eine Plattform der Argumentation und des Dialogs. Sie weitet daher den Horizont der Kerngemeinde und bringt sie mit den unterschiedlichen säkularen Milieus ihres Lebensumfeldes in unmittelbaren Austausch: Diese Form der Kirche-Welt-Dialogs gehört zu den gemeindlichen Grundvollzügen – insofern wirkt Erwachsenenbildung maßgeblich am Aufbau der Gemeinde mit und schärft den Blick für den Weltauftrag als genuine gemeindliche Aufgabe im Sinne einer missionarischen Kirche.

18.
Katholische Erwachsenenbildung ist Sachwalter eines offenen, kritischen Diskurses zu wichtigen Zeit- und Lebensfragen. Sie kann sogar dort, wo Menschen den Kontakt zur Kirche und zur Kerngemeinde ablehnen, behutsam neue Wege des Austausches bahnen.

19.
Katholische Erwachsenenbildung verliert durch die Entwicklung neuer pastoraler Strukturen (Pfarreiengemeinschaften, Seelsorgeeinheiten) nicht ihre Existenzgrundlage, sondern gewinnt vielmehr eine Erweiterung ihres Potentials: Durch die Entwicklung neuer pastoraler Strukturen tragen Erwachsenenbildungsverantwortliche der „Teilgemeinden“ oder Einzelpfarreien einer Seelsorgeeinheit in ihrem lokalen Umfeld zur Verlebendigung von Kirche bei.

Auf der Ebene der Seelsorgeeinheit zu einem Ganzen zusammengesetzt, erwächst daraus ein facettenreiches Bildungsprogramm mit großer Adressatenbreite. Aber auch Gemeinden/Pfarreien, die bislang kein ehrenamtlich geleitetes pfarrliches Bildungswerk hatten, profitieren künftig durch den pastoralen Verbund: Denn die vorhandenen Erwachsenenbildungsverantwortlichen anderer Gemeinden/Pfarreien können Bildungsprojekte subsidiär für die ganze Seelsorgeeinheit durchführen. So lernen die Gemeinden/Pfarreien voneinander und miteinander und verwirklichen hierdurch den christlichen Communio-Gedanken.

20.
Katholische Erwachsenenbildung stützt sich nicht nur auf engagiertes hauptamtliches Personal in Pädagogik und Verwaltung, sondern auch – zumal in der gemeindeorientierten Bildungsarbeit auf ehrenamtliches Engagement. Im Einbringen ihrer individuellen Charismen und Kompetenzen prägen und stützen Ehrenamtliche in der Erwachsenenbildung die Gemeindepastoral. Gemeindliche Erwachsenenbildung ist eine wichtige Säule des kirchlichen Ehrenamtes.

21.
Katholische Erwachsenenbildung ist gut, weil sie im besten Sinne katholisch, d. h. umfassend ist. Sie bietet aufgrund ihrer Orientierung am christlichen Menschenbild nicht nur religiös-theologische Bildung an, sondern ebenso politische und soziale Bildung, Familienbildung, arbeitswelt- und berufsbezogene Bildung, Medienbildung, musische und kreative Bildung.

Das macht ihre Attraktivität aus, was an den hohen Gesamtzahlen der Teilnehmer deutlich wird. Damit wirkt katholische Erwachsenenbildung dem verhängnisvollen Trend entgegen, Weiterbildung nur noch unter dem Aspekt der beruflichen Verwertbarkeit (Ökonomisierung der Bildung) zu sehen.

22.
Kein anderer Weiterbildungsträger – auch nicht die Volkshochschulen – bieten ein inhaltlich umfangreicheres Bildungsangebot an als die katholische Erwachsenenbildung.

23.
Katholische Erwachsenenbildung ist – gemessen am Output – für die Kirche als Träger kostengünstig und effizient: Nur ein Teil des Gesamthaushalts der Erwachsenenbildung wird aus Kirchensteuermitteln finanziert. Einen Großteil der Finanzierung übernehmen die Teilnehmer selbst durch ihre Gebühren. Da sie sich freiwillig und bewusst für eine Teilnahme an Bildungsmaßnahmen entscheiden, wird deutlich, dass ihnen diese Bildung etwas wert ist.

24.
„Eine ihrer (der katholischen Erwachsenenbildung) Besonderheiten ist die doppelte Verankerung in Kirche und Gesellschaft. Katholische Erwachsenenbildung leistet damit ausdrücklich sowohl Heilsdienst als auch Weltdienst. Sie erfüllt in ihrem kirchlichen Auftrag immer auch einen gesellschaftlichen Auftrag als Wertorientierung und Lebenshilfe“.

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