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Tiefenschärfe

Internationale Spiel- und Dokumentarfilme
Tiefenschärfe
Tiefenschärfe
© Caligari FilmBühne

„Willst du den Charakter eines Menschen
kennenlernen, so gib ihm Macht.“
(Abraham Lincoln)

Wie durch den gezielten Einsatz der Tiefenschärfe in der Fotografie das Hauptmotiv in den Blick der Betrachtenden gelenkt wird, rückt unsere Filmreihe das Thema Macht in den Fokus.  In der Reihe „Tiefenschärfe“ zeigen wir diesmal Filme, in denen Macht dort gezeigt wird, wo sie genutzt wird, um anderen Menschen zu schaden, um sie zu verletzen oder sogar zu töten. Macht ist etwas Faszinierendes. Sobald zwei oder mehr Menschen zusammenkommen, ist sie fast immer mit dabei. Macht kann dafür sorgen, dass es zwischen den Menschen friedlich bleibt. Dann bemerkt man ihre Existenz in der Regel nicht. Sie kann aber auch für einen trügerischen, rein äußerlichen Frieden sorgen oder für offenen Konflikt und Kampf. Dann tritt die Macht offen zu Tage: In Form von Befehlen und Verboten, in Form von geschlossenen Türen, Uniformen oder Waffen.

„Gelobt sei Gott“ und  „Bombshell“ thematisieren Machtgefälle, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch weitgehend immun gegen Kritik waren: In beiden Filmen geht es um sexuelle Gewalt als Konsequenz von Machtgefälle zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Priestern und Kindern.

Die Macht, die Politik und Uniformen verleihen, hat sich während der Nazi-Diktatur in Deutschland schon auf entsetzliche Art erwiesen. Das thematisiert der Film „Der Hauptmann“, der auf wahren Begebenheiten am Ende des 2. Weltkriegs beruht. Er ist, wie die anderen beiden Filme, neueren Datums.

Mit dem Kooperationspartner Caligari FilmBühne und der Evangelischen Erwachsenenbildung wollen wir dazu ermutigen, Missbrauchsfälle anzuzeigen und dafür zu sorgen, dass sich Strukturen ändern.

DO 03.09.2020, 16:45 Uhr, OmU
Gelobt sei Gott
( GRACE A DIEU ) F 2019, 138 Min., FSK: ab 6

Alexandre lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Eines Tages erfährt er per Zufall, dass der Priester, von dem er in seiner Pfadfinderzeit missbraucht wurde, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt zu handeln und bekommt bald Unterstützung von zwei weiteren Opfern, François und Emmanuel.Gegenseitig geben sie sich Kraft und kämpfen gemeinsam dafür das Schweigen, das über ihrem Martyrium liegt, zu brechen. Ihr Widerstand formiert sich und wird zu einer Lawine, die am Ende nicht mehr aufzuhalten ist …

Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchsskandal in Lyon hat François Ozon in einem fiktionalen Film verarbeitet. Atemlose Bilder, immer im Wettlauf mit den aktuellen Entwicklungen, verleihen GELOBT SEI GOTT eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Stilsicher und mitreißend erzählt und ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019 ist GELOBT SEI GOTT nicht nur eine erschütternde Bestandsaufnahme der Versäumnisse in der Katholischen Kirche, sondern auch ein Plädoyer für Mut und Zusammenhalt.

Weitere Informationen hier.

MI 09.09.2020, 20:00 Uhr, OmU
BOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS
USA/CDN 2019, 110 Min., FSK: ab 12

Mit seinem Film BOMBSHELL gibt Regisseur Jay Roach Einblick in die Welt des US-Senders Fox News. 2016 brachen Moderatorinnen des Senders ihr Schweigen, machten die Übergriffe von Fox-News-Chef Roger Ailes öffentlich und lösten damit einen Skandal aus – Jahre, bevor die #MeToo-Debatte um Harvey Weinstein aufkam.

Megyn Kelly ist das Aushängeschild von Fox News: blond, attraktiv, sexy. Schöne Beine sind bei dem konservativen Nachrichtensender gefragter als investigativer Journalismus und unbequeme Fragen. Als sich die Starmoderatorin vor laufenden Kameras mit Präsidentschaftsbewerber Donald Trump anlegt, hat sie keine Rückendeckung von oben zu erwarten: Senderchef Roger Ailes ist mit Trump befreundet, außerdem beschert der Krawallkandidat Fox News Topquoten – so auch mit seiner sexistischen Twitter-Kampagne gegen Megyn. Ihre gestandene Kollegin Gretchen Carlson weigert sich, noch länger die „TV-Barbie“ zu geben. Daraufhin wird ihr Vertrag „wegen enttäuschender Einschaltquoten“ nicht verlängert – während die ehrgeizige Redakteurin Kayla Pospisil nach einem Meeting hinter Roger Ailes' verschlossener Bürotür aufsteigt.

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MI 16.09.2020, 17:00 Uhr
DER HAUPTMANN,
D/F/PL 2017, 119 Min., FSK: ab 16, FBW: besonders wertvoll

Eine abgründige Köpenickiade aus dem Jahr 1945: Regisseur Robert Schwentke (FLIGHT PLAN) hat die wahre Geschichte des Soldaten Willi Herold aufgegriffen, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs mit seinem Trupp von Versprengten durch Norddeutschland zog: Das Ende des Kriegs ist abzusehen, die soziale Ordnung in Deutschland liegt in Trümmern. Mit der Moral der Wehrmacht geht’s bergab, die Truppe zerfällt. Die Anzahl der Fahnenflüchtigen steigt derart dramatisch, dass versprengte Soldaten automatisch als Deserteure erschossen werden. Statt Recht regieren Gesetzlosigkeit und willkürliche Tötungen. Eine Gruppe betrunkener Hauptmänner macht erbarmungslos Jagd auf den 19-jährigen Gefreiten – mehr aus mörderischem Spaß, denn aus Pflicht. Wie durch ein Wunder entgeht Herold seinen Jägern und macht einen folgenschweren Fund: Eine mit Orden behangene Hauptmanns-Uniform der Luftwaffe. Er zögert nicht lang und beginnt in der Uniform Befehlshaber zu spielen.

Er schart verwirrte Kameraden um sich, die froh sind, jemanden zu haben, der ihnen sagt, was zu tun ist. Doch dann verfällt Willi seiner Macht.

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© Caligari FilmBühneBOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS
© Caligari FilmBühneBOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS
© Caligari FilmBühneBOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS

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