04.10.2017

Texte im Überfluss

Jüdische Bibelauslegung im Gespräch

Grundriss der Synagoge, entworfen von Phillipp Hoffmann, 1871 | Nachzeichnungen Paulgert Jesberg

WIESBADEN. Judentum und Christentum leben mit Texten, die immer wieder neu und in ihrer Zeit gelesen und ausgelegt werden. Es entsteht eine große Vielfalt und ein Überfluss an Text und Interpretation – und das Judentum hat eine besondere Tradition der gleichzeitigen Bewahrung der Vielfalt der Stimmen. In der Reihe „Texte im Überfluss“ werden wir uns Texte der hebräischen Bibel anschauen und uns von einem jüdischen Referenten erklären lassen, die auch eine große Bedeutung in christlicher Auslegung und/oder kirchlicher Tradition haben.

Die christliche Auslegungstradition soll im Gespräch und durch die Moderation zur Sprache kommen. Wenn vorhanden, werden antijudaistische Stereotypen in der christlichen Auslegungstradition herausgestellt und diskutiert.

Texte im Überfluss“ will im jüdisch-christlichen Gespräch vor allem die Freude am Text und an der Interpretation vermitteln, die uns gemeinsam ist, und Lust machen auf eine christliche Perspektive und Interpretation, die keine Antijudaismen mehr benutzt, um sich selbst darzustellen.

Am 5. November 2017 wird Gen 22, 1-19 (1. Mose 22, 1-19) thematisiert, die so genannte ‚Bindung Isaaks‘.

In christlichen Bibeln ist es ein Text, der bis in die neueren Übersetzungen hinein mit ‚Die Opferung Isaaks‘ oder aber ‚Das Opfer Abrahams‘ überschrieben wird. Allein mit der Überschrift zeichnen sich unterschiedliche Perspektiven auf das erzählte Geschehen ab. Die Erzählung selbst wirft vielfältige Fragen darüber hinaus zur Gott-Mensch-Beziehung auf, danach, wie Gott und Mensch sich begegnen, wie sie sich aneinander ‚binden‘, was der Gott Israels von Abraham erwartet. Was bedeutet diese Geschichte heute für Juden? Was kann dieser Text Christen darüber sagen, wie der Gott Israels Menschen begegnet, also auch ihnen?

Anmeldung und weitere Informationen hier. (hk)

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